Home Informationen Aktuelles Veteranen-Projekt: Angehörige von Bundeswehrsoldaten gesucht
Veteranen-Projekt: Angehörige von Bundeswehrsoldaten gesucht
Geschrieben von: Frank Eggen   
Montag, den 20. Februar 2017 um 18:41 Uhr

Logo Veteranen-ProjektIm Januar 2016 startete das Veteranen-Projekt. Eine Studie der Charité und des Psychotraumazentrums der Bundeswehr in Berlin. In 2016 war der Fokus auf ehemalige Soldatinnen und Soldaten (Veteranen), die schon einmal im Auslandseinsatz waren. Jetzt werden werden für die Studie deren Angehörige gesucht. Die Studie soll ein besseres Verständnis für die Inanspruchnahme psychosozialer Hilfe für Veteranen aufzeigen.

Aus anderen Ländern ist bekannt, dass psychische Erkrankungen bei Soldatinnen und Soldaten nach einem Auslandseinsatz immer häufiger vorkommen. Dies gilt in besonderem Maße für Traumafolgestörungen, wie die Posttraumatische Belastungsstörung. So fand sich bei amerikanischen Soldatinnen und Soldaten eine Zunahme von PTBS von 3% im Jahr 2003 auf 20% im Jahr 2008. Eine große Zahl von Betroffenen entwickelt die Krankheit in vollem Maß dabei erst nach der Entlassung aus dem aktiven Militärdienst. Gleichzeitig hat man festgestellt, dass aktive wie auch ehemalige Soldatinnen und Soldaten wenig professionelle Hilfe in Anspruch nehmen (wie zum Beispiel eine psychologische oder nervenärztliche Behandlung).

In anderen Ländern, wie zum Beispiel den Vereinigten Staaten, wird die Versorgung ehemaliger Soldatinnen und Soldaten (Veteranen) von spezialisierten Gesundheitseinrichtungen übernommen.

In Deutschland sind Veteranen meist auf Hilfsangebote aus dem zivilen Bereich angewiesen, wie zum Beispiel niedergelassene Psychotherapeuten. Bisher gibt es keine Untersuchungen, weshalb die Soldatinnen und Soldaten bzw. Veteranen in Deutschland so selten psychotherapeutische Angebote nutzen. Die genauen Gründe dafür kennen wir nicht. Um diese herauszufinden und die Situation der Veteranen zukünftig zu verbessern, wurde ein Kooperationsprojekt mit dem Psychotraumazentrum der Bundeswehr am Bundeswehrkrankenhaus Berlin und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Charité Universitätsmedizin Berlin ins Leben gerufen.

Angehörige gesucht !

In den letzten 18 Monaten hat das Veteranen-Projekt Team Veteranen interviewt, um ein besseres Verständnis über ihre Hintergünde, ihre Situation und ihre Entscheidung für oder gegen eine Inanspruchnahme von psychosozialen Diensten zu erhalten. Außerdem wurden Expertinnen und Experten im Bereich der Veteranenversorgung interviewt. Sowohl in den Gesprächen mit den Betroffenen wie auch den Expertinnen und Experten kam das Gespräch immer wieder auf die Familien der Veteranen.

Daher soll nun der Blick auf die Erfahrungen von Angehörigen gerichtet werden. Diese Perspektive ist besonders wichtig, weil die Familien oft ganz unmittelbar beteiligt sind. Seid Ihr Angehörige eines ehemaligen Bundeswehrsoldaten/einer ehemaligen Bundeswehrsoldatin und seid Ihr bereit, anonym und in geschütztem Rahmen Eure Geschichte zu erzählen?

Dann tragt Euch über das Kontaktformular auf der Projekt-Webseite www.veteranen-projekt.de ein! Zudem finden sich dort weite Informationen zum Veteranen-Projekt. 

Im weiteren Verlauf wird dann telefonisch ein Interviewtermin (bei euch zuhause oder in Berlin) mit Euch vereinbart.

„Wir wollen versuchen, die Situation der Soldatinnen und Soldaten, die aus einem Auslandseinsatz zurückgekehrt sind, besser zu verstehen.“, so der Teamleiter des Projektes, Dr. med. Stefan Siegel, Facharzt für Psychiatrie, selbst Oberfeldarzt der Reserve sowie zweiter Vorsitzender von Angriff auf die Seele – Psychosoziale Hilfe für Angehörige der Bundeswehr e.V.

Die Kontaktaufnahme ist denkbar einfach.

Weitere Informationen unter: https://www.veteranen-projekt.de


Text: Dors/Eggen
Bilder: Eggen/Patmo.de