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#22PushUpChallenge: 803 Soldaten aus 20 Nationen machen in Afghanistan 22 Push Ups für einen guten Zweck
Geschrieben von: Administrator   
Sonntag, den 25. September 2016 um 21:08 Uhr

803 Soldaten bei der 22PushUpChallenge in AfghanistanAm 23. September 2016 traten 803 der derzeit im Camp Marmal in Mazar-e Sharif (Afghanistan) stationierten Soldaten erfolgreich zur 22 Push Up Challenge an. Gleichzeitig sammelten Sie eine Spende in Höhe von 2.415,96 EUR, die dem Verein „Angriff auf die Seele“ und seinen Projekten für einsatzgeschädigte Soldaten und deren Angehörigen zugutekommen soll.



803 Soldaten aus 20 Nationen, davon 494 deutsche Soldaten, versammelten sich, um unter der Führung von Oberstleutnant Stevens an dieser #22PushUpChallenge teilzunehmen. Wie es für die Challenge üblich ist, wurde im Anschluss an die erfolgreiche Teilnahme ein neuer Kandidat nominiert. Oberstleutnant Stevens, Kommandeur des Multinationalen Unterstützungsverbandes, übergab den „Staffelstab“ an das KFOR Kontingent, die sich nun ihrerseits der #22PushUpChallenge stellen können.



Jeden Tag nehmen sich in den USA 22 Kriegsveteranen das Leben

Wie schon bei der #IcebucketChallenge, so steht auch hinter diesem sich virale verbreitenden Wettbewerb ein gesellschaftliches Anliegen. Ins Leben gerufen wurde er von der US-amerikanischen Organisation Honor Courage Commitment (HCC), die sich für Kriegsveteranen einsetzt. Sie will damit aufmerksam machen, dass sich statistisch durchschnittlich 22 Kriegsveteranen pro Tag das Leben nehmen. Außerdem soll so in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt werden, dass viele Kriegsrückkehrer an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leiden.Soldaten bereiten sich für die #22pushupchallenge in vor


Doppelter Einsatz

Die Kameraden waren nicht nur bei der Challenge aktiv, sie sammelten auch Spenden für einen guten Zweck. Dabei kam eine Gesamtsumme von 2.415,96 Euro zusammen, die die Soldaten dem Verein „Angriff auf die Seele - Psychosoziale Hilfe für Angehörige der Bundeswehr e. V.“ spenden wollen. (Anm. d. Red.: Nachdem der symbolische Spendenscheck bereits gedruckt und auf Video aufgezeichnet war, erhöhte sich die Gesamtsumme auf 2.415,96 Euro.)

Soldaten bei der 22pushupchallenge in Aktion


Angehörige und Veteranen in Deutschland oft immer noch außen vor

Der Verein „Angriff auf die Seele“ unterstützt dieses Vorhaben und möchte seinerseits auf die Situation von Veteranen und ehemaligen Soldaten aus den Auslandseinsätzen der Bundeswehr aufmerksam machen. Die Versorgung und Absicherung von psychisch verwundeten Soldaten hat sich in den letzten Jahren stark verbessert. Jedoch bleiben ehemalige Soldaten und deren Angehörige in vielen Dingen immer noch außen vor.

Bei der Bundeswehr haben sich im Jahr 2015 nach offiziellen Angaben 30 Soldaten selbst das Leben genommen. Dieses betrifft jedoch nur den Bereich der aktiven Soldatinnen und Soldaten. Zahlen über ehemalige Soldaten bzw. Veteranen existieren nicht. Wir gehen davon aus, dass es hier eine weit höhere Dunkelziffer gibt, doch dieses Thema wird innerhalb der Bundeswehr tabuisiert – häufig zum Nachteil der Angehörigen. Diese wissen in der Regel nicht, dass eine Wehrdienstbeschädigung (WDB) auch posthum nach einer Selbsttötung anerkannt werden kann. Dies ist insbesondere dann möglich, wenn nachweislich vorher eine einsatzbedingte psychische Erkrankung wie z. B. eine Posttraumatische Belastungsstörung nachgewiesen werden kann. In diesem Fall hätten Angehörige dann ggf. Ansprüche in Form einer Hinterbliebenenversorgung (Renten, Pensionen und Entschädigungen…).


Für einen guten Zweck

Oberstleutnant Stevens mit dem Spendencheck nach der Challenge„Angriff auf die Seele – Psychosoziale Hilfe für Angehörige der Bundeswehr e. V.“ unterstützt seit über acht Jahren Soldaten der Bundeswehr die u. a. mit psychischen Einsatzverwundungen wie z. B. der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) aus dem Auslandseinsatz heimkehren, sowie deren Angehörige, die meist ebenso Hilfe benötigen.

„Ich bedanke mich im Namen des Vereins ganz herzlich beim Unterstützungsverband und allen Teilnehmern in Mazar-e Sharif für die großartige Initiative. Es ist ein starkes Zeichen für unsere betroffenen Kameradinnen und Kameraden“, so der Vorsitzende Hauptfeldwebel Frank Eggen.



Hintergrundinformationen:

https://www.22kill.com/22-honor-pushups/


Weitere Bilder zur 22 Push Up Challenge in Mazar-e Sharif:

https://www.flickr.com/photos/frankeggen/albums/72157671000106214


Online Spende via PayPal:

https://angriff-auf-die-seele.de/cms/wir-ueber-uns/42-initiative/74-verein-praeambel-vorstand-anschrift-satzung.html


Text: P.Möller
Fotos: PAO NCO TAAC-N,
Hauptfeldwebel L.K.
Video: Bundeswehr/EKT