Home Informationen Aktuelles Neue PTBS-Zahlen – Insgesamt wurden im Jahr 2014 mehr neu erkrankte Einsatzsoldaten festgestellt
Neue PTBS-Zahlen – Insgesamt wurden im Jahr 2014 mehr neu erkrankte Einsatzsoldaten festgestellt
Geschrieben von: Frank Eggen   
Montag, den 09. Februar 2015 um 12:00 Uhr
Psychologin der Bundeswehr im Gespräch. PTBS-Statistik der Bundeswehr (Quelle: Eggen)Die Gesamtzahlen der einsatzbedingten PTBS-Neuerkrankungen sowie anderer einsatzbedingten psychischen Neuerkrankungen sind in der Bundeswehr im Jahr 2014 deutlich um 25,6% angestiegen. Dieses ergibt eine neue Statistik, die das Psychotraumazentrum der Bundeswehr in Berlin für das Jahr 2014 erstellt hat. Die Zahlen beziehen sich darauf, wie viele Einsatzsoldaten im Jahr 2014 wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung/Erkrankung in einer psychiatrischen Abteilung oder psychiatrischen FU-Stelle untersucht, behandelt oder begutachtet worden sind.
 
Nach dieser Statistik sind 431 Einsatzsoldaten wegen der Behandlung einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) vorstellig geworden, davon wurden bei 204 Soldaten (+55 zum Vorjahr) erstmals die Diagnose PTBS festgestellt (Neuerkrankungen).
Neben einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) können noch andere sogenannte psychischen Störungen wie z.B. Depression, Angst- und Anpassungsstörungen auftreten. Insgesamt wurden hier 214 (+7 zum Vorjahr) Einsatzsoldaten mit anderen psychischen Erkrankungen registriert, davon 164 (+20 zum Vorjahr) mit Neuerkrankungen.
In Summe wurden damit 75 (+25,6%) mehr neu erkrankte Einsatzsoldaten festgestellt als im Vergleichszeitraum Jahr 2013.
Die Bundeswehr erklärt die erhöhten Zahlen der Neuerkrankungen durch vermehrte Aufklärung und Prävention und die damit verbunden verbesserte Sensibilisierung und Entstigmatisierung. Somit suchen Betroffene schneller professionelle Hilfe als zuvor. Zudem werden betroffene Soldaten mittlerweile von etwa 160 sogenannten „Lotsen für Einsatzgeschädigte“ unterstützt. Alle Maßnahmen zusammen erleichtern offenbar den Zugang in die Versorgungssysteme der Bundeswehr was nach deren eigener Aussage zu besagtem Anstieg der Zahlen der Neuerkrankungen führt. Es ist auch weiterhin mit Neuerkrankungen zu rechnen, da eine eine PTBS noch Jahre nach einem belastenden Ereignis auftreten kann.  
PTBS-Behandlungen nach Jahr und Einsatzgebiet
Einsatzgebiet1996-
2003
20042005200620072008200920102011201220132014
KFOR213123824121942435188132173
EUFOR1054847-6-----
ISAF3084755513022641855775994811411311
Sonstige






129112107150213
Gesamt34810012183149245466729922114314231697
Stand: Januar 2015
Erläuterungen zur Tabelle:
Im Jahr 2014 waren insgesamt 1.697 Behandlungskontakte von psychisch einsatzbedingten PTBS-Patienten in den Bundeswehrkrankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren zu verzeichnen, das waren in Personen insgesamt 413 Soldaten - davon 204 Neuerkrankungen. Bei den übrigen möglichen anderen psychischen einsatzbedingten Erkrankungen wie z.B. Depression, Angst- und Anpassungsstörungen (nicht in der Tabelle aufgeführt) wurden im Jahr 2014 zudem 427 Behandlungskontakte in den Bundeswehrkrankenhäusern und medizinischen Versorgungszentren verzeichnet, das waren in Personen 214 Soldaten - davon 164 Neuerkrankungen.
Definitionen:
Neuerkrankungen = Wie viele Patienten sind im Beobachtungszeitraum erstmalig wegen einer einsatzbedingtenpsychischen Störung in einer psychiatrischenAbteilung oder psychiatrischen FU-Stelle untersucht, behandelt oder begutachtet worden. Behandlungskontakte = Anzahl aller Behandlungskontakte in 2014 (Summe Neuerkrankte und Wiedervorstellungen).
Soldaten = Wie viele Patienten sind im Beobachtungszeitraum wegen einer einsatzbedingten psychischen Störung in einer psychiatrischen Abteilung oder psychiatrischen FU-Stelle untersucht, behandelt oder begutachtet worden.
 
Weitere Informationen auf den Seiten der Bundeswehr unter: https://bw2.link/PTBSZahlenBw
 
Quelle: BMVg/Bundeswehr/PTZ
Text/Foto: Eggen