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Rahmenkonzept zum Erhalt und zur Steigerung der Psychischen Fitness: Erste „scharfe“ Messung der Psychischen Fitness von Soldatinnen und Soldaten in der Einsatzvorbereitung.
Geschrieben von: Frank Eggen   
Dienstag, den 10. Dezember 2013 um 11:32 Uhr

Soldaten nehmen an einem Screening teilBundeswehr erprobt neues Konzept der Psychischen Fitness an Soldaten in der Einsatzvorbereitung am Gefechtsübungszentrum des Heeres. Nach dem Afghanistaneinsatz sollen die Einsatzsoldaten erneut das Screeningverfahren durchlaufen. So sollen später bei allen Soldaten der Bundeswehr Veränderungen der psychischen Fitness gemessen werden.

 

Mit dem Erlass des "Rahmenkonzeptes zum Erhalt und zur Steigerung der psychischen Fitness von Soldaten und Soldatinnen" hat der Generalinspekteur im letzten Jahr deutlich gemacht, dass psychische und physische Fitness der Soldatinnen und Soldaten sich wie die zwei Seiten einer Medaille verhalten und eine unabdingbare Voraussetzung für die Einsatzfähigkeit und das Durchhaltevermögen sind.

Soldaten durchlaufen am Gefechtsübungszentrum des Heeres einer Untersuchung der psychischen Fitness.Nun wurde erstmals vom 16. bis 25. November bei den 500 Soldatinnen und Soldaten des Panzergrenadierbataillons 212 die psychische Fitness „scharf“ gemessen. Die Soldatinnen und Soldaten aus Augustdorf bereiteten sich im Gefechtsübungszentrum (GÜZ) des Heeres auf ihren Einsatz in Afghanistan vor: Sie bilden in großen Teilen die Einsatzkräfte für die nächste Northern Reaction Unit (NRU ISAF I/2014) und verlegen im Januar 2014 in den Einsatz.

Zusammen mit dem zuständigen Referat im Bundesministerium der Verteidigung P III 5 und dem Psychotraumazentrum der Bundeswehr in Berlin wurden die psychologischen Untersuchungen wissenschaftlich konzipiert und in Zusammenarbeit mit insgesamt 30 Psychologinnen und Psychologen des Psychologischen Dienstes aus allen Bereichen der Bundeswehr vor Ort durchgeführt.

Etwa 17 Psychologen aus dem Psychologischen Dienst der Bundeswehr waren ständig vor Ort.Für diese insgesamt etwa einstündige Untersuchung wurden alle Psychologinnen und Psychologen in den Wochen zuvor durch das Psychotraumazentrum geschult. Die Messung umfasste eine ausführliche Fragebogenbatterie, mit der die Resilienz, also die psychische Widerstandsfähigkeit der Kameradinnen und Kameraden, gemessen wird.

Dieser Fragebogen wurde sowohl als computergestützte Version wie auch in traditioneller Papier- und Bleistiftform ausgefüllt. Jeder Einzelne nahm darüber hinaus an einem standardisierten Interview teil. Bei diesem ersten Durchgang im GÜZ werden die erhobenen Daten anonymisiert. Nach erfolgreicher Erpobung soll ab 2015 die Erfassung der Psychischen Fitness für alle Soldatinnen und Soldaten eingeführt werden.

PD Dr. Kowalski bei der Einweisung der Studienteilnehmer„Diese Messung gibt uns erste wichtige Hinweise bei der praktischen Umsetzung des neuen Rahmenkonzepts. Ganz wichtig dabei ist, dass wir vom gesunden Individuum ausgehen und keine psychischen Störungen feststellen oder Diagnosen vergeben wollen. Hier geht es darum, einen Trainingszustand, ähnlich wie beim Sport, zu ermitteln, um dann die psychische Fitness der Kameradinnen und Kameraden mit gezielten Trainingsmaßnahmen erhalten und steigern zu können “ so der Leitende Regierungsdirektor PD Dr. Jens T. Kowalski, Leiter der Forschungssektion des Psychotraumazentrums in Berlin.

Es ist vorgesehen, dass die Soldaten nach ihrem Einsatz im Rahmen der Einsatznachbereitungsseminare erneut gemessen werden. So können einsatzbedingte Veränderungen schnell erkannt und den Soldaten spezifische Angebote zur Wiederherstellung der Psychischen Fitness, zum Beispiel durch Sportmaßnahmen oder Entspannungsseminare gemacht werden. 

 

 

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Text & Foto: Frank Eggen