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Soldaten mit psychischen Erkrankungen können künftig Psychotherapeuten in Privatpraxen konsultieren - Bundespsychotherapeutenkammer und Verteidigungsministerium schließen Vertrag
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 11. September 2013 um 12:05 Uhr

Gesprächssituation mit einem PsychotherapeutenSoldaten können zukünftig schneller einen ambulanten psychotherapeutischen Behandlungsplatz finden. Die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und das Bundesministerium der Verteidigung unterzeichneten am 10. September eine Vereinbarung, die am 16. September 2013 in Kraft tritt. Soldaten mit psychischen Erkrankungen können damit künftig in einem geregelten Verfahren Psychotherapeuten in Privatpraxen konsultieren.

Der Vertrag mit der BPtK schafft eine rechtliche Grundlage für die Behandlung von Soldaten durch Psychotherapeuten in Privatpraxen.

Soweit die psychotherapeutische Behandlung von Soldatinnen und Soldaten nicht in Einrichtungen des Sanitätsdienstes der Bundeswehr erfolgen kann, wird die ambulante psychotherapeutische Behandlung – im Rahmen des Sicherstellungsauftrages nach § 75 Abs. 3 Sozialgesetzbuch V (SGB V) - durch zivile ärztliche oder psychologische Psychotherapeutinnen bzw. –therapeuten sicher gestellt.

Stehen vertragsärztlich tätige ärztliche oder psychologische Psychotherapeutinnen und -therapeuten nicht oder nicht rechtzeitig zur Verfügung, können auch ärztlich und psychologische Psychotherapeutinnen und –therapeuten tätig werden, die eine Privatpraxis betreiben. Bisher war dafür eine aufwendige Einzelfallprüfung notwendig.

Außerdem sind spezifische Fortbildungsveranstaltungen für die zivilen Psychotherapeuten vorgesehen.

Nun wurden Rahmenbedingungen für diese Behandlungen vereinbart, u. a. eine Vergütung in Höhe des 2,0-fachen Satzes der Gebührenordnung (GOÄ). Dies entspricht in etwa der Vergütung für Leistungen bei gesetzlich krankenversicherten Patienten.

Für die Behandlung von Soldaten durch zugelassene Psychotherapeuten ändert sich durch den Vertrag nichts. Diese erfolgt weiterhin ausschließlich nach dem bereits existierenden Vertrag, den die Kassenärztliche Bundesvereinigung mit der Bundeswehr geschlossen hat.

Darüber hinaus möchte die Bundespsychotherapeutenkammer die Bundeswehr bei der Suche nach geeigneten Therapeuten unterstützen, so dass therapiebedürftige Soldatinnen und Soldaten einen zeitnahen Zugang zu einem Therapeuten finden können.

 

Weitere Informationen im Internet:

 

 

Quelle: Bundeswehr/BPtK
Foto: Eggen

Stand: 12:05 Uhr