Home Informationen Aktuelles Zwei Drittel der an traumatischen Störungen erkrankten Soldaten hatten schon vor ihrem Auslandseinsatz psychische Probleme
Zwei Drittel der an traumatischen Störungen erkrankten Soldaten hatten schon vor ihrem Auslandseinsatz psychische Probleme
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 30. Oktober 2012 um 20:29 Uhr

Scharfschütze im EinsatzDie Finacial Times Deutschland (FTD) berichtet: Zwei Drittel der an einsatzbedingten traumatischen Störungen erkrankten Soldaten schon hatten schon vor ihrem Auslandseinsatz Probleme. Diese Zahlen sind das Ergebnis einer Studie die das Psychotraumazentrum der Bundeswehr in Berlin zusammen mit der TU-Dresden durchgeführt hat.

Zwei Drittel der Erkrankten hatten demnach eine "PTBS-Vorgeschichte", die weder diagnostiziert noch behandelt wurde, so die FTD. Diese Zahlen stammen aus einer Präsentation der TU-Dresden vor dem Verteidigungsausschuss im Deutschen Bundestag letzter Woche.

Zudem empfiehlt die TU-Dresden ein "engmaschiges unabhängiges Monitoring" der Soldaten.

Prävalenzstudie

Die neuen Zahlen sind das Ergebnis von wissenschaftlichen Auswertungen der Prävalenzstudie. Diese Studie wurde auf Initiative des Deutschen Bundestages und des Verteidigungsministeriums im Jahre 2009 an die TU-Dresden unter Leitung von Professor Dr. Hans-Ulrich Wittchen in Auftrag gegeben.

Diese groß angelegte epidemiologische Studie zur Prävalenz psychischer Erkrankungen bei Soldaten ist eines der großen Forschungsprojekte des Psychotraumazentrum der Bundeswehr am Bundeswehrkrankenhaus in Berlin. Es war für die militärfachliche Begleitung verantwortlich und bei Planung, Durchführung und Auswertung beteiligt.

Durch das Psychotraumazentrum der Bundeswehr werden erstmals an zentraler Stelle wissenschaftliche fundierte Zahlen erhoben und ausgewertet. So erhalten Bundeswehr und Parlament fundierte Zahlen in diesem Fachbereich.

Weitere Ergebnisse

Etwa 2,9% der Einsatzsoldaten kommen mit der Diagnose Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) aus dem Einsatz. Nur etwa jeder zweite Erkrankte sucht professionelle Hilfe. Im Jahr 2011 waren 922 Soldaten wegen der Diagnose PTBS in Behandlung. Dieses Jahr (2012) wurden bis Juli 579 Soldaten mit einer PTBS offiziell in der Bundeswehr behandelt.

 

Weitere Informationen im Internet:

 

Quelle: FTD.DE
Bundeswehr.de
Bild: Bundeswehr/FlickR/Wayman

 

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