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Traumatische Ereignisse und posttraumatische Belastungsstörungen bei im Ausland eingesetzten Soldaten: Wie hoch ist die Dunkelziffer?
Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 03. September 2012 um 08:09 Uhr

Logo: Technische Universität Dresden und Psychotraumazentrum der BundeswehrDie TU-Dresden hat zusammen mit dem Psychotraumazentrum der Bundeswehr neue Erkenntnisse zu traumatischen Ereignissen insbesondere der posttraumatischen Belastungsstörung bei im Ausland eingesetzten Soldaten veröffentlicht. 49,2% aller Soldaten mit Auslandseinsatz berichteten vom mindestens einem, 13,0% mehr als drei traumatische Ereignisse. Die PTBS-12-Monats-Prävalenz nach Rückkehr betrug 2,9 %. Dies entspricht einem 2- bis 4-fach erhöhten PTBS-Risiko. Kampftruppen am Einsatzort Kunduz (Afghanistan) hatten das höchste Risiko. Nur jeder zweite Betroffene hatte bereits professionelle Hilfe aufgesucht.

Auslandseinsätze sind mit häufigen traumatisch erlebten Ereignissen und einem 2- bis 4-fach erhöhten PTBS-Risiko verbunden. Nach der Rückkehr vom Einsatz erkranken circa 300 je 10 000 Soldaten pro Jahr; die kumulierte Gesamtzahl PTBS-Erkrankter seit Beginn der deutschen Auslandseinsätze dürfte somit in die Tausende gehen.

Jeder zweite PTBS-Fall bleibt unerkannt und unbehandelt (Dunkelziffer: 45 %).

Darüber hinaus ist ein mehrfach höheres Risiko für einsatzbedingte andere Formen psychischer Störungen hervorzuheben.

 

Zitierweise

Wittchen HU, Schönfeld S, Kirschbaum C, et al.: Traumatic experiences and posttraumatic stress disorder in soldiers following deployment abroad: how big is the hidden problem? Dtsch Arztebl Int 2012; 109(35–36): 559–68. DOI: 10.3238/arztebl.2012.0559

 

Weitere Informationen im Internet:

 

Quelle: Deutsches Ärzteblatt/Bundeswehr