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Verteidigungsminister empfängt das Netzwerk der Hilfe
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 04. April 2012 um 06:30 Uhr

Der Minister begrüßt die TeilnehmerVerteidigungsminister Minister Dr. Thomas de Maizière lud zum 27. März 2012 die Mitglieder „Partner Netzwerk der Hilfe“ nach Berlin ein und dankte für deren hilfreiche und notwendige Arbeit. Er sprach aktuelle Defizite wie die Bearbeitung von Versorgungsansprüchen sowie die Begutachtungspraxis bei verwundeten Einsatzsoldaten offen an.

 

Große Runde der TeilnehmerIn einer großen Runde begrüßte Verteidigungsminister Dr. Thomas de Maizière im Besucherzentrum des Berliner Bendlerblock in Berlin die Mitglieder des Netzwerks der Hilfe. Anwensend waren zudem hochrangige Persönlichkeiten wie der amtierende Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, sein Vorgänger Reinhold Robbe als Moderator des „Runden Tisches – Solidarität mit Soldaten“, Generalinspekteur Volker Wieker und weitere hohe militärische Vertreter sowie einige Mitglieder des Deutschen Bundestages.

Ewige Ruhe für gefallene Soldaten

Das Verteidigungsministerium hat eine Initiative mit den Bundesländern gestartet, um gefallenen Soldaten die „ewige Ruhe“ zu ermöglichen. Die „ewige Ruhe“ schließe eine unbegrenzte Liegefrist auf den Friedhöfen ein. Minister de Maizière berichtete, dass die Gesetzgebung zu Bestattungen bei den Bundesländern liege, er habe aber bisher von den Ministerpräsidenten außerordentliche positive Rückmeldungen erhalten und rechne damit, dass man zu guten Ergebnissen komme.

WDB-Verfahren dauern zu lange - die Kommunikation und Transparenz ist schlecht

Verteidigungsminister de Maiziére im GesprächVerwundete Einsatzsoldaten müssten oft Jahre um ihre Anerkennung kämpfen. Soldaten bliebe oft nur der lange und beschwerliche juristische Weg.

Die Verfahren zur Anerkennung einer Wehrdienstbeschädigung (WDB) dauerten nicht nur zu lange, sondern seien auch für die Betroffenen nicht transparent.

Erleichtert werden könnte das Ganze durch eine angemessenen empathischen Kommunikation zwischen Wehrbereichsverwaltungen und Betroffenen, insbesondere bei seelischen Verwundungen.

Psychisch erkrankte Soldaten kämen zu oft in Situationen, die krankheitsbedingt kaum zu ertragen seien. Es müsse sich ein Sinneswandel vollziehen. Betroffene dürften sich nicht mehr allein gelassen fühlen. Es dürfe nicht der Eindruck entstehen, die Prüfungen der Anträge zielten darauf eventuelle Kostenminderung für den Bund zu bewirken oder durch Verzögerungen auf Zeit zu spielen, um beispielsweise ein Dienstzeitende und damit geänderte Zuständigkeiten zu erreichen.

Im Gegenteil: Ziel sollte es sein, dass die Betroffenen transparent und laufend über den Stand ihrer Verfahren und Perspektiven informiert würden. Unter dem Motto: Wir kümmern uns um Dich und sorgen jetzt für deine Absicherung in der Zukunft. Wir sind immer für unsere Verwundeten da!

De Maizière wies darauf hin, dass die derzeit noch zuständigen Wehrbereichsverwaltungen im Rahmen der Bundeswehrreform aufgelöst würden und die komplette Bearbeitung der WDB-Verfahren an einem zentralen Ort im BMVg und nachgeordneten Bereichen konzentriert würde.

Begutachtungspraxis kommt auf den Prüfstand

Externe Gutachten fielen für die Betroffenen oft nachteilig aus und stünden im Widerspruch zu Befunden der behandelnden Fachärzte der Bundeswehr. Die externen Gutachten würden oft nur nach Aktenlage gefertigt. Die speziellen Rahmenbedingungen eines kriegerischen Militäreinsatzes und des Soldatenberufes fänden darin offenbar keine angemessene Berücksichtigung.

Weitere Workshops geplant

Verteidigungsminister de Maizière kündigte weitere Workshops zu verschiedenen Themen mit dem Netzwerk der Hilfe an. Bisher sind diese Ankündigungen seitens des Ministeriums immer wieder im Sande verlaufen. Deshalb bleibt abzuwarten, ob dieser begonnene Dialog fortgeführt wird.  Die Initiative Angriff auf die Seele würde sich dabei gerne weiter einbringen, um beispielsweise ein gemeinsames Hilfe- oder Internetportal "Partner Netzwerk der Hilfe" oder ein gemeinsames Kennzeichen für die Partner (Stichwort: Gütesiegel) zu realisieren.

 

Weitere Informationen im Internet

 

Text: Eggen/Witt-Brummermann
Fotos: Bienert/Bundeswehr