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Wehrbeauftragter kritisiert Internetmöglichkeiten für Soldaten
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 24. Dezember 2010 um 13:39 Uhr

Porträt: Hellmut Königshaus (Quelle: DBT)Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Könighaus, hat die mangelnden Internet- und Telefonmöglichkeiten für deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan kritisiert.

Der Wehrbeauftragte des Bundestages, Hellmut Könighaus, hat die mangelnden Internet- und Telefonmöglichkeiten für deutsche Bundeswehrsoldaten in Afghanistan kritisiert. "Die jetzt vorgesehenen Angebote für Telefonie und Internet sind absolut unzureichend", sagte Königshaus der "Bild"-Zeitung vom Donnerstag. Die Soldaten hätte ein Recht darauf, mit ihren Familien auch per Internet und über den Internet-Telefondienst Skype Kontakt zu halten.

Zurzeit dürfen Bundeswehrangehörige am Hindukusch zweimal wöchentlich für 15 Minuten in die Heimat telefonieren – zahlen dafür bis zu 20 Euro. Die Internetverbindungen aus den deutschen Lagern sind störanfällig und zu langsam. Während die nebenan stationierten Amerikaner, Kroaten und Belgier kostenlos im Breitband surfen, zahlen die Deutschen bis zu 4 Euro pro Stunde. Wegen der Mini-Datenrate ist die Internet-Telefonie über Skype unmöglich. Außerdem sind die Seiten von sozialen Netzwerken gesperrt.


Eine Verbesserung ist momentan nicht in Sicht

Aus neuen Vertragsausschreibung des Bundesverteidigungsministeriums scheint es so zu sein, dass die Soldaten auch künftig pro Woche nur zweimal 15 Minuten telefonieren dürfen. Die Qualität der Internetverbindung soll sich demnach nicht verbessern und auch eine geforderte Internet-Flatrate wird nicht umgesetzt.


Mangel schon Jahren ein Thema

"Die mangelnden Kommunikationsmöglichkeiten mit der Heimat sind schon seit mehreren Jahren bekannt und sind immer wieder ein Thema bei den Einsatzsoldaten insbesondere in Afghanistan. Dass es kein technisches Problem ist, sieht man an den Möglichkeiten anderer Nationen. Der Bundeswehr ist offenbar noch nicht das bewusst, dass zeitgemäße Kommunikation ein Grundbedürfnis in unserer Gesellschaft ist und diese gerade auch für Soldaten im Einsatzstress eine ungeheure psychische Entlastung sein kann. Alleine schon als präventive Maßnahme gegen psychischen Erkrankungen und der Fürsorgepflicht des Dienstherrn muss da schnell was passieren. Der Wehrbeauftragte und der Deutsche Bundeswehrverband haben das Thema wiederholt aufgegriffen. Es kommt immer wieder zur Sprache, wenn ich mit Kameraden aus dem Einsatz spreche", so Hauptfeldwebel Frank Eggen, Initiator der PTBS-Internetplattform www.angriff-auf-die-seele.


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Foto: DBT