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Drastischer Ärztemangel in der Bundeswehr
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 15. Oktober 2010 um 13:00 Uhr

Logo: Suedeutsche Zeitung"Die Personalsituation im Sanitätsdienst der Bundeswehr ist insgesamt als weiterhin kritisch anzusehen." . Dieses schreibt der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Rüdiger Wolf, in einer Antwort auf eine Anfrage des stellvertretenden Vorsitzenden der FDP-Fraktion im Bundestag, Jürgen Koppelin laut Bereichterstattung in der Süddeutschen Zeitung.


Etwa 550 Arztstellen, fast ein Sechstel des gesamten Stellenplans, sind derzeit nicht besetzt. Wolf führt dies auf die im Vergleich zum zivilen Bereich niedrige Bezahlung, die häufigen Auslandseinsätze und die schlechte Vereinbarkeit von Dienst und Familie zurück.

Nach den jüngsten Zahlen des Verteidigungsministeriums sind von 3496 Soll-Stellen für Sanitätsoffiziere - dazu zählen neben den Ärzten auch Zahnärzte, Apotheker und Veterinäre - 353 Posten vakant. Hinzu kommen etwa 200 Stellen, die zwar nominell besetzt sind, deren Inhaber aber wegen Schwangerschaft, Mutterschutz oder Teilzeitbeschäftigung nicht zur Verfügung stehen.

Der FDP-Politiker Koppelin wertet die ausführliche Stellungnahme Wolfs als Beleg dafür, "dass das Sanitätswesen seit Jahren total vernachlässigt worden ist". Auch der frühere Wehrbeauftragte des Bundestages, Reinhold Robbe, hatte bei seinem Abschied aus dem Amt im März dieses Jahres kritisiert, das Sanitätswesen sei 'regelrecht vor die Wand gefahren' worden. Seitdem hat sich nicht viel gebessert, wie das Wolf-Papier zeigt.

Laut Verteidigungsministerium hat die Bundeswehr zwischen 2007 und 2009 per Saldo 60 Ärzte verloren - ein Rückgang von 3148 auf 3088 auf den ohnehin schon viel zu geringen Stand. Besonders dramatisch war der Aderlass im Jahr 2008, als der Bundeswehr 120 Ärzte von der Fahne gingen. Zugleich sind die Anforderungen aufgrund der Auslandseinsätze stark gestiegen.

Die Folgen des Ärztemangels müssen durch zivile Mediziner ausgeglichen werden. Wurden 2007 und 2008 jeweils knapp 6000 Vertragsärzte in Anspruch genommen, waren es 2009 schon 10600.


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Quelle: www.sueddeutsche.de

 

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