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Jenny-Böken-Stiftung – Unterstützung für Hinterbliebene
Geschrieben von: Redaktion   
Sonntag, den 22. November 2009 um 17:17 Uhr

Jenny mit Mutter Marlies Böken (Foto: Jenny-Böken-Stiftung)Am Montag, den 16. November 2009 wurde in Köln mit der Übergabe der Stiftungsurkunde offiziell die Jenny-Böken-Stiftung anerkannt. Die Mutter und Vorsitzende Marlies Böken hatte die Stiftung, nach dem tödlichen Unglück ihrer Tocher und Marineoffizieranwärterin Jenny Böken ins Leben gerufen. Die Jenny-Boken-Stiftung möchte Soldaten, Angehörige und Hinterbliebene unterstützen, die in Not geraten.


In der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 endete Jennys junges Leben durch einen tragischen Unfall auf dem Segelschulschiff Gorch Fock, einen Tag vor ihrem 19. Geburtstag.

Regierungspräsident Lindlar überreichte die Stiftungsurkunde an Marlis BökenVon Regierungspräsident Hans Peter Lindlar nahm Marlis Böken am Montag in Köln die Anerkennungsurkunde für die von ihr gegründete Jenny-Böken-Stiftung entgegen. Dieser Tag der offiziellen Anerkennung der Stiftung hatte die schrecklichen Ereignisse, die tagelang in den Medien begleitet wurden, besonders in das Gedächtnis zurückgerufen. Denn trotz der umfangreichen Suchaktionen wurde Jenny Böken elf Tage später tot aus der Nordsee geborgen. Die 18-Jährige wurde in ihrem Heimatort Teveren unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beigesetzt.

50.000 Euro von Jennys Lebensversicherung dienen als Stammkapital für die Stiftung. Marlis Böken will nun alles daran setzen, dass dieses Kapital durch weitere Spenden aufgestockt wird und man später aus den Erträgen vielen Menschen helfen kann.

Jenny habe ihren Traum gelebt. „Sie wollte zur Marine, dort Medizin studieren, als Ärztin nicht nur für ihre Kameraden und Kameradinnen da sein, sondern auch in Auslandseinsätzen humanitäre Hilfe leisten“, berichtete die Mutter. Jennys Traum werde nun auf eine andere Art, nämlich in der Stiftung, die ihren Namen trägt, weiterleben. Marlis Böken: „Durch die Stiftungsarbeit kann sie, nach ihrem Tod, mehr Kameradinnen und Kameraden helfen, als es ihr als Marine-Ärztin vielleicht möglich gewesen wäre. Durch die Stiftung holen wir ein Stück von Jenny, nämlich ihre Nächstenliebe, aus dem Himmel zurück.“

Marlis Böken wünschte allen Soldatinnen und Soldaten, die bei Auslandseinsätzen für Frieden, Freiheit und Demokratie kämpfen, dass sie alle gesund an Körper und Seele aus ihren Einsätzen zurückkehren. „Sollte dies nicht der Fall sein, wird die Jenny-Böken-Stiftung immer für sie da sein und versuchen, ihnen mit allen Mitteln und Kräften beizustehen.“

Der Wehrbeauftragte im Gespräch mit Hauptfeldwebel Frank Eggen und Fregattenkapitän Stephan RienschDie bewegende Rede von Marlis Böken hatte auch den Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Reinhold Robbe, gerührt. Wenn der Tod eines Menschen zu beklagen ist, so der Wehrbeauftragte, nehme ihn dies auch mit und gehe ihm sehr nahe. Reinhold Robbe: „Wir können feststellen, dass sich mit dem Namen von Jenny Böken viele Dinge verbinden, die so nicht vorauszusehen waren. Zudem gibt es Situationen, bei denen ehrenamtliche Organisationen einen besseren Zugang zu den Betroffenen haben, das können große Organisationen oft nicht leisten. Die Jenny-Böken-Stiftung sowie auch die Initiative Angriff auf die Seele sind dafür ein eindrucksvolles Beispiel.


Weitere Informationen im Internet:

Text: Georg Schmitz / Frank Eggen
Fotos: Georg Schmitz / Jenny-Böken-Stiftung