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Suizid: US-Armee rechnet mit neuem Rekord bei Soldaten-Selbstmorden
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 18. November 2009 um 14:44 Uhr

General Peter W. Chiarelli, USA Vice Chief of Staff of the U.S. ArmyVerschiene Medien berichten, dass die US-Army für dieses Jahr mit einer neuen Rekordzahl von Selbstmorden rechnen kann. Schon bis jetzt hätten sich mehr aktive Soldaten das Leben genommen als im gesamten Jahr 2008, sagte Armee-Vizestabschef General Peter Chiarelli am Dienstag.


Damals töteten sich 140 Soldaten, ein neuer Höchststand. Weitere 71 hätten sich nach dem Ende ihrer Dienstzeit das Leben genommen, fast ein Viertel mehr als im ganzen vergangenen Jahr. Einige von ihnen seien erst wenige Wochen vor ihrer Selbsttötung nach Hause zurückgekehrt. Zugleich wandte Chiarelli sich gegen vorschnelle Rückschlüsse auf die Ursachen.

Die Zahlen beziehen sich nur auf die US-Army, die mit 1,1 Millionen aktiven Soldaten und Reservisten größte der US-Teilstreitkräfte, die auch den höchsten Anteil an den Einsätzen im Irak und in Afghanistan trägt.

Entsprechende Daten der anderen Streitkräfteteile waren zunächst nicht verfügbar. 2008 hatten in den gesamten US-Streitkräften 268 aktive Soldaten Selbstmord begangen. Damit lag die Suizidrate dort bei etwa 20 Fällen je 100.000 Menschen, während sie in der gesamten US-Bevölkerung nur 11,1 Fälle je 100.000 betrug.

Chiarelli warnte davor, einen Zusammenhang zwischen der hohen Zahl von Selbsttötungen und der Belastung der Truppen durch die Kriege im Irak und in Afghanistan herzustellen. Die Ursachen der Entwicklung seien unklar. So sei rund ein Drittel der Betroffenen niemals im Ausland eingesetzt gewesen.

Untersucht werde derzeit, ob in solchen Fällen etwa die Furcht vor einer bevorstehenden Entsendung eine Rolle spielen könne.

Die US-Armee hatte kürzlich bekanntgemacht, dass etwa jeder fünfte Soldat mit einfachem Dienstgrad unter psychischen Problemen wie Depressionen leide. Dies sowie der Amoklauf eines Militärpsychiaters auf einem Stützpunkt in Texas hat eine Debatte über die Folgen der Belastungen für die Soldaten in Kriegsgebieten sowie über ihre Betreuung ausgelöst.

 

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