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Soldaten-Witwe wird entschädigt
Geschrieben von: Redaktion   
Mittwoch, den 30. September 2009 um 21:14 Uhr

Logo Hessisches LandessozialgerichtDie Ehefrau eines im Alter von 38 Jahren an Leukämie verstorbenen Soldaten muss entschädigt werden. Hierfür genüge, dass ein "ursächlicher Zusammenhang" mit dem Wehrdienst "mit Wahrscheinlichkeit vorliegt". Das haben die Richter des hessischen Landessozialgerichts entschieden. Wie viel die Hinterbliebene bekommen soll, ist allerdings noch nicht geklärt.

Die Witwe eines im Dienst an Leukämie erkrankten und später gestorbenen Bundeswehrsoldaten hat nach einem Urteil des Landessozialgerichts Hessen ein Recht auf Entschädigung. Hierfür genüge, dass ein "ursächlicher Zusammenhang" mit dem Wehrdienst "mit Wahrscheinlichkeit vorliegt", teilte das Gericht am Dienstag in Darmstadt mit.

Die Höhe einer Entschädigung war nicht Gegenstand des Verfahrens. Das Urteil ist rechtskräftig (Az: L 4 VS 1/05). In vielen anderen Fällen hatten Gerichte bislang anders entschieden.

Im konkreten Fall war ein Zeitsoldat von 1989 bis 1992 bei einer Nato-Einrichtung als Funktechniker bei Überprüfungs- und Wartungsarbeiten Röntgenstrahlen ausgesetzt. 1992 wurde Leukämie festgestellt. Zwei Jahre später starb er im Alter von 38 Jahren.

Die Wehrbereichsverwaltung hatte eine Entschädigung abgelehnt, weil kein Zusammenhang mit dem Dienst bestehe. Die Richter bejahten jedoch den Anspruch der Witwe. Zwar habe nicht im Einzelnen ermittelt werden können, an welchen Geräten und unter welchen Bedingungen der Verstorbene gearbeitet habe. Grund hierfür sei auch, dass die NATO entsprechende Unterlagen nur fünf Jahre aufbewahre. Zum anderen seien keine Strahlenmessungen erfolgt. Aufgrund von Zeugenaussagen und Gutachten sei dennoch von einer Strahlenbelastung auszugehen, der eine wesentliche Bedeutung für das Entstehen der Erkrankung zukommen könne. Die Richter verwiesen darauf, dass ein angemessener Strahlenschutz in der fraglichen Zeit nicht bestanden habe. Das Urteil ist rechtskräftig.


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