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Urteil: Trauma bei Entwicklungshelfern als Berufskrankheit anerkannt
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 02. Juni 2009 um 17:13 Uhr

Logo: ParagraphStuttgart. Entwicklungshelfer, die an einer posttraumatischen Belastungsstörung erkranken, können dies als Berufskrankheit anerkennen lassen. Diese Information gab das Landessozialgericht Stuttgart am 02.06.2009 bekannt.

Nach einem jahrelangen Aufenthalt in einem Krisengebiet sei eine solche psychische Erkrankung möglich, entschieden die Richter. Personen, die wie Polizisten, Feuerwehrleute oder Rettungssanitäter immer wieder existenziellen psychischen Belastungen ausgesetzt seien, seien "in erheblich höherem Maß als die durchschnittliche Bevölkerung dem entsprechenden Erkrankungsrisiko ausgesetzt", hieß es zur Begründung.

In dem konkreten Fall sei der Versicherte bei seiner Tätigkeit mit Erschießungen, Gewalt, Tod, Vergewaltigung, Krieg und schweren Verkehrsunfällen konfrontiert gewesen. Dies habe mehrfache Traumatisierungen hervorgerufen. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Entscheidung ist Revision zugelassen.

Gestützt auf Studien entschied der 6. Senat, Entwicklungshelfer seien in höherem Maß als die durchschnittliche Bevölkerung dem Erkrankungsrisiko ausgesetzt. Die Revision wurde wegen grundsätzlicher Bedeutung zugelassen. (Beschluss vom 14. Mai 2009; AZ: L 6 U 845/06)

Rechtslage für Soldaten

Auszug aus dem Soldatenversorgungsgesetz SVG §27 Abs.4:

(4) Erkrankt ein Berufssoldat, der nach der Art seiner dienstlichen Verrichtung der Gefahr der Erkrankung an bestimmten Krankheiten besonders ausgesetzt ist, an einer solchen Krankheit, so liegt ein Dienstunfall vor, es sei denn, dass er sich die Krankheit außerhalb des Dienstes zugezogen hat. Die Erkrankung an einer solchen Krankheit gilt jedoch stets als Dienstunfall, wenn sie durch gesundheitsschädigende Verhältnisse verursacht worden ist, denen der Berufssoldat am Ort seines dienstlich angeordneten Aufenthalts im Ausland besonders ausgesetzt war. Als Krankheiten im Sinne der Sätze 1 und 2 werden die in der Anlage zur Berufskrankheiten-Verordnung vom 31. Oktober 1997 (BGBl. I S. 2623) in der jeweils geltenden Fassung genannten Krankheiten mit den dort im Einzelnen bezeichneten Maßgaben bestimmt.

Ausfertigungsdatum: 26.07.1957 Vollzitat: "Soldatenversorgungsgesetz in der Fassung der Bekanntmachung vom 9. April 2002 (BGBl. I S. 1258, 1909), das zuletzt durch Artikel 8 des Gesetzes vom 3. April 2009 (BGBl. I S. 700) geändert worden ist" Stand: Neugefasst durch Bek. v. 9. 4.2002 I 1258, 1909; Zuletzt geändert durch Art. 8 G v. 3.4.2009 I 700.

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