Home Informationen Aktuelles US-Streitkräfte beklagen über 128 Suizide im Jahr 2008. Interaktive Filme sollen zur Prävention gegen Suizid eingesetzt werden
US-Streitkräfte beklagen über 128 Suizide im Jahr 2008. Interaktive Filme sollen zur Prävention gegen Suizid eingesetzt werden
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 13. März 2009 um 22:01 Uhr
Logo US Magazin Stars & StripesDas US-Magazin der US Streitkräfte „Stars & Stripes“ berichtet über ein neues Präventionsprogramm gegen Suizid. Die US-Streitkräfte zeigen interaktive Filme, in denen das Publikum aufgefordert wird Entscheidungen zu treffen. Diese Filme sind Teil eines US-streitkräfteweiten Präventionsprogramms.
In den nächsten Wochen sollen alle US-Soldaten zwei Stunden Unterricht zu Suizidprävention erhalten. Es handelt sich hierbei um eine Reaktion auf steigende Suizidzahlen der letzten vier Jahre. Nach offiziellen Angaben gab es letztes Jahr (2008) 128 bestätigte und 15 weitere Suizide, deren genauer Hintergrund noch nicht bekannt sind. 2007 waren es noch 115 Suizide.

Eines der Videos handelt von einem jungen Soldaten im Irak-Einsatz, der von seiner Freundin daheim betrogen wird. Der Soldat versucht seine Freundin vergeblich per Telefon zu erreichen. Sie plündert zusammen mit einem anderen auch noch das Konto des Soldaten.

Alle paar Minuten wird das Video unterbrochen und das Publikum hat verschiedene Möglichkeiten zu entscheiden, wie es weiter gehen soll. Dabei können Gespräche mit Freunden und Vorgesetzten geführt werden. Wenn das Publikum falsche Entscheidungen trifft, nimmt sich der Soldat im Film das Leben. Nach dem Film kann das Publikum mit Militärgeistlichen, Psychiatern und Vorgesetzten über Suizidprävention sprechen.

Militärgeistlicher Darin Nielsen aus Grafenwöhr sagt: Soldaten sollen kritische Anzeichen und Suizidgedanken rechtzeitig erkennen. Zudem sollen sie keine Angst haben, die Kameraden zu Fragen: "Denkst Du daran dich selbst zu töten?"

Wenn dies jemand bestätigt, dann sollte man bei ihm bleiben, gefährliche Gegenstände entfernen und einen Vorgesetzten oder Militärseelsorger informieren.

Traumatisierte Soldaten, die an einer Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTSD) leiden, können Selbsttötungsgedanken haben. Oft gibt es Probleme in der Familie oder mit dem Partner. Nicht selten kommt es auch zu Alkoholmissbrauch oder Geldproblemen.

Vor Jahren wurden US-Soldaten, die Selbsttötung begangen haben, in der US-Armee noch als Feiglinge betrachtet.

Selbsttötung in der Bundeswehr

Bisher gab es 3.417 Suizide von Angehörigen der Bundeswehr seit 1957, die meisten davon in den 70er und 80er Jahren. Vergleicht man laut der Bundeswehr die Zahlen der Selbsttötungen in der Bundeswehr mit denen der Gesamtbevölkerung, so soll die Suizidrate in den deutschen Streitkräften unter der der männlichen Gesamtbevölkerung in Deutschland liegen.

Selbsttötungen im Auslandseinsatz

Von diesen Suiziden fanden 18 während der Auslandseinsätze zwischen 1998 und 2008 statt. 2008 wurden keine registriert festgestellt.

Die Zahlen geben leider keinen Aufschluss, ob es Suizide z.B. von Reservisten oder ehemaligen Soldaten nach einem Auslandseinsätzen gibt, die z.B. nach einem Einsatz an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) oder Depression gelitten haben. Hier könnte es auch erst nach Monaten oder Jahren zu Suiziden kommen.