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Bundestag beschließt bessere Versorgung
Geschrieben von: Frank Eggen   
Donnerstag, den 12. Februar 2009 um 20:33 Uhr

Die Abgeordneten debattieren öffentlich. © DBT/Werner SchüringDer Bundestag hat am 12. Februar 2009 einen interfraktionellen Antrag beschlossen, mit dem erheblich bessere Betreuungs- und Behandlungsmöglichkeiten für die Soldaten gefordert werden. Es wurde aber auch Kritik zu Plänen des "Kompetenz- und Forschungszentrum" geäußert.

 

Im Bundestag

In dem Antrag - Drs 16/11882- , wird unter anderem gefordert, "die vorhandenen und gegebenenfalls neuen Einrichtungen der Bundeswehr zu einem Kompetenz- und Forschungszentrum zur Behandlung von PTBS in der Bundeswehr zusammenzufassen." Außerdem sollen innerhalb der Bundeswehr psychosoziale Beratungsangebote eingerichtet werden, die von PTBS-Betroffenen und ihren Angehörigen auch anonym und telefonisch in Anspruch genommen werden können.

Außerdem soll die Unterstützung für bereits aus der Bundeswehr ausgeschiedene ehemalige Soldaten verbessert werden. Denn es kann Monate oder Jahre dauern, bis sich nicht verarbeitete Emotionen einen Weg an die Oberfläche bahnen und Symptome auftreten: Dem heimgekehrten Soldaten geht es äußerlich gut, doch wenn er beim Grillen verbranntes Fleisch riecht oder einen lauten Knall, ähnlich einem Schuss, hört, werden Erinnerungen an das schreckliche Erlebte ausgelöst.

 

Arbeitsbereich "Psychische Gesundheit"

Auf den Internetseiten des Verteidigungsministeriums wird gemeldet, dass ab Mitte 2009 am Institut für Medizinischen Arbeits- und Umweltschutz der Bundeswehr in Berlin der Arbeitsbereich "Psychische Gesundheit" eingerichtet werden soll. Ob ein "Arbeitsbereich" schon das angekündigte und geforderte "Kompetenz- und Forschungszentrum zur Behandlung von PTBS" darstellen soll ist offen.

 

Kritik: Psychiater fehlen, Kompetenz- und Forschungszentrum?

Vereinzelte kritische Anmerkungen gab es im Bundestag. Jörn Thießen (SPD) erinnerte beispielsweise daran, dass es in der Bundeswehr zwar 42 Dienstposten für Psychiater gebe, aber nur 21 von ihnen besetzt seien. Winfried Nachtwei (Grüne) pochte darauf, dass das Kompetenz- und Forschungszentrum nicht bloß eine Unterabteilung des Instituts für medizinischen Arbeits- und Umweltschutz werden dürfe. Der fraktionslose Abgeordnete Gert Winkelmeier brachte Schärfe in die Diskussion mit der Feststellung, der Bundeswehr sei die Ausrüstung wichtiger als das Schicksal ihrer Soldaten.

 

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Foto: DBT/Werner Schüring

 

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