Home Grundlagen Einsatz
Seelische Vorbereitung für den Einsatz
Belastungen bei Auslandseinsätzen
Geschrieben von: Annelie Weigand   
Bundeswehr Bus in der kargen Landschaft von AfghanistanSoldaten, die in den Einsatz gehen, sind besonderen psychischen Belastungen ausgesetzt. Sie betreten fremdes Terrain, müssen auf gewohnte Annehmlichkeiten verzichten, sind für Monate von Familie und Freunden getrennt, leben in ständiger Sorge um Leib und Leben. Manchmal wird das Erlebte zu viel für die Seele.
Weiterlesen...
 
Die Psyche stärken für den Einsatz
Geschrieben von: Annelie Weigand   

Wer in den Einsatz geht, muss sich darüber im Klaren sein, dass ein Risiko besteht, körperlich wie auch psychisch verwundet zu werden. Vor allem Soldaten, die noch keine Einsatzerfahrung haben, unterschätzen im Vorfeld allerdings oftmals die auf sie zukommenden Belastungen, während sie ihre eigenen Fähigkeiten zu deren Bewältigung überschätzen. Das macht leichtsinnig und die Psyche anfällig für Angriffe.

Weiterlesen...
 
Psychohygiene im Einsatz
Geschrieben von: Annelie Weigand   
  • Stellen Sie sich darauf ein, über Monate unter widrigen Umständen zu leben (ungewohnte bis extreme klimatische Bedingungen, beengter privater Lebensraum, Rund-um-die-Uhr-Dienst, ständige Bedrohung für Leib und Leben). Erwarten Sie nicht von sich, dass Sie dies innerhalb von Stunden oder wenigen Tagen nach der Ankunft in den Griff bekommen, Sie werden sich aber daran gewöhnen.
  • Verlieren Sie nicht gleich den Mut, wenn Sie feststellen, dass Ihnen die Belastungen am Einsatzort mehr zusetzen als sie angenommen haben. Jede Herausforderung, die Sie am Ende erfolgreich bewältigen, stärkt Ihr Selbstbewusstsein und damit auch Ihre psychische Gesundheit.
  • Sorgen Sie dafür, dass es Ihnen auch am Einsatzort gut geht: essen, trinken und schlafen Sie ausreichend, strukturieren Sie Ihren Tag, treiben Sie Sport, nutzen Sie die Angebote des Truppenpsychologen zum Entspannungstraining, suche Sie Orte des Rückzugs zum Abschalten auf, wie sie beispielsweise die Einrichtungen der kirchlichen Institutionen bieten.
  • Lassen Sie negative Gedanken nicht die Überhand in Ihrem Alltag gewinnen.
  • Lassen sie Ihrer Phantasie freien Lauf und versuchen Sie, täglich etwas Positives in Ihrem Umfeld zu entdecken. Dies kann beispielsweise ein Steinchen sein, auf das Sie treten, während Sie an Ihr Liebstes zu Hause denken. Heben Sie es auf, schicken Sie es mit den in Worte gefassten Empfindungen nach Hause. Es wird sicher mehr Gewicht haben als eine Edelsteinkette.
  • Scheuen Sie nicht, Kameraden, Ihren Vorgesetzten, den Truppenpsychologen, die Ärzte oder einen Militärseelsorger um Hilfe zu bitten, wenn Sie Probleme haben, mit denen Sie alleine nicht mehr fertig werden. Vertrauen Sie darauf, dass Menschen in Ihrer Umgebung sind, die Ihnen helfen wollen und können.
  • Achten Sie auch auf das Wohlbefinden Ihrer Kameraden und bieten Sie Ihre Hilfe an, wenn Sie erkennen, dass jemand in Schwierigkeiten ist.
 
Psychohygiene nach dem Einsatz
Geschrieben von: Annelie Weigand   
  • Erwarten Sie nicht, dass bei Ihrer Rückkehr das Leben nahtlos dort weitergeht, wo es bei Ihrem Aufbruch in den Einsatz aufgehört hat. Geben Sie sich Zeit zur Eingewöhnung, und fordern Sie diese auch höflich von Ihren Mitmenschen sowohl im dienstlichen wie im privaten Umfeld ein.
  • Reden Sie mit Ihren Bekannten und Verwandten über Ihre Erlebnisse im Einsatzland.
  • Interessieren Sie sich für die Erfahrungen, die Ihre Angehörigen und Freunde während Ihrer Abwesenheit gemacht haben.
  • Nehmen Sie Veränderungen im privaten Umfeld als Chance wahr, eingefahrene Strukturen zu hinterfragen und neu zu gestalten.
  • Schließen Sie den Einsatz irgendwann für sich ab und richten Sie Ihren Blick wieder auf das Leben hierzulande. Eine gute Gelegenheit dazu bietet das Einsatznachbereitungsseminar (ENS).
  • Achten Sie auf Ihre Gesundheit und suchen Sie fachkundige Hilfe auf, wenn Sie ungewohnte Verhaltensweisen an sich bemerken oder von Ihren Mitmenschen darauf aufmerksam gemacht werden.
  • Vergessen Sie niemals: Sie sind mit Ihren Problemen nicht allein gelassen. Nutzen Sie die Unterstützungsangebote, die Ihnen von Seiten der Bundeswehr zur Verfügung stehen (siehe dazu Teil 8) und nehmen Sie auch Hilfsangebote aus dem privaten Umfeld an.