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Reservistenverband setzt Arbeitsgruppe "Posttraumatische Belastungsstörung und Familienbetreuung" ein
Geschrieben von: Redaktion   
Dienstag, den 23. November 2010 um 16:55 Uhr

Logo: ReservistenverbandAm 13. Dezember 2010 tagt in Bonn zum ersten Mal eine neu gegründete Arbeitsgruppe, die sich künftig mit Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) und Familienbetreuung befassen wird.


Bei einem aktuellen Höchststand von Soldaten, die psychisch geschädigt von ihren Auslandseinsätzen zurückkehren, lautet die Leitfrage der Tagung: "Wie kann der Reservistenverband seine Fähigkeiten im Bereich PTBS und der Familienbetreuung einbringen?"

Leiter der Arbeitsgruppe ist Horst Schuh, Oberst der Reserve und ehemaliger Truppenpsychologe. Er sagt: "Wir streben eine psychosoziale Betreuung der Betroffenen und ihrer Angehörigen an. Soldaten, darunter zahlreiche Reservisten, die Schaden genommen haben, sollen sich nicht alleine gelassen fühlen und nicht noch um Versorgungsansprüche kämpfen müssen." Der bundesweit organisierte Reservistenverband wolle auch an Standorten für die Bundeswehr in die Bresche springen, wo diese nicht mehr mit einem Standort vertreten ist.

Der Reservistenverband reagiert mit der neuen Arbeitsgruppe unter anderem auf die Tatsache, dass sich in Folge des Afghanistaneinsatzes in den ersten drei Quartalen dieses Jahres 483 Soldaten als PTBS-Betroffene gemeldet haben: so viele wie noch nie. Die Betreuung durch die Bundeswehr erweist sich aber insbesondere jetzt als schwierig, da von den 42 Dienststellen für Psychologen und Psychiater der Bundeswehr zurzeit nur 24 besetzt sind, wie Spiegel online aktuell meldet.

Die PTBS ist in der Öffentlichkeit in letzter Zeit speziell im Zusammenhang mit den Afghanistan-Einsätzen thematisiert worden. Schwierig ist dabei, dass sie häufig erst um Monate verzögert auf das belastende Ereignis auftritt. Oft schränkt sie das soziale Erleben massiv ein und kann sogar arbeitsunfähig machen.


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Quelle: Reservistenverband