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Was auf unsere Gesellschaft zukommen wird
Geschrieben von: Frank Eggen   
Montag, den 10. Mai 2010 um 17:20 Uhr

Logo: Zeitschrift: Der Neurologe & PsychiaterDie Bundeswehr lehnt einen Vergleich von Zahlen, Fakten und Studien anderer Streitkräften strikt ab. Zu unterschiedlich soll die Ausbildung, die gesellschaftlichen und sozialen Randbedingungen anderer Streitkräfte sein. Dr. med. Thomas Lukowski, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, wagt trotzdem den Blick über den Tellerrand.

In der Zeitschrift „Der Neurologe & Psychiater“ beschreibt Dr. Lukowski mit Hilfe von sehr interessanten US-amerikanischen und kanadischen Zahlen, was nach seiner Ansicht absehbar auf unsere Gesellschaft zukommen wird.

Demnach ergibt eine Untersuchung an insgesamt 289 328 US-amerikanischen Armeeangehörigen, die von 2002 bis 2008 im Irak oder in Afghanistan eingesetzt waren, folgende Zahlen:

  • 21,8 % (also 60 000 Menschen!) leiden an einer PTBS.
  • 17,4 % leiden an einer Depression.
  • 36,9 % leiden an einer anderen psychischen Erkrankung.
  • Soldaten nach Kampfeinsatz und im Alter von ca. 25 Jahren weisen die höchsten Raten an PTBS, Drogen- oder Alkoholmissbrauch auf.

Eine US-Studie ergab im Jahr 2004 etwa 2000 stationär-psychiatrische Behandlungsfälle nach Einsatz im Irak oder in Afghanistan. Junge Soldaten und weibliche Armeeangehörige zeigten die meisten psychischen Auffälligkeiten (Substanzmissbrauch, Suizidversuche). In einer großen Auswertung der Suizidstatistik der USA (2003 bis 2006) zeigte sich, dass junge (18 bis 34 Jahre) Veteranen (Männer und Frauen) die größte Gruppe an Selbsttötungen mit Schusswaffengebrauch stellten. Im Vergleich zu Gesunden sind Soldaten, die unter einer PTBS leiden, fünf- bis siebenmal häufiger von Suizidfantasien betroffen.

Desweiteren thematisiert Dr. Lukowski, wie sich die Gewalt im Zivilleben fortsetzt und geht dabei u.a. auch auf die generationenübergreifende Traumatisierung, Behandlungs- und Betreuungsansätze sowie die Unterversorgung in der Bundeswehr ein.


Der komplette Artikel im Internet:

Dr. med. Thomas Lukowski im Internet:

Quellenangabe:
Dr. T. Lukowski,
München DNP – Der Neurologe & Psychiater 2/2010 S. 22-25
© SpringerMedizin 2010


 

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