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Immer mehr traumatisierte Soldaten - überforderte Bundeswehr?
Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 26. April 2010 um 13:45 Uhr

Logo: NDR Info Es gibt nicht nur Probleme bei der Ausrüstung, sondern auch bei der medizinischen Betreuung der Soldaten, und zwar nicht erst seit heute. Immer mehr traumatisierte Soldaten. Ist die Bundeswehr überfordert? Dieses Frage stellte sich die NDR Info Sendereihe "Streitkräfte und Strategien".

Immer mehr traumatisierte Soldaten - überforderte Bundeswehr? Dieses Frage stellt sich die NDR Info Sendereihe "Streitkräfte und Strategien".

Die Zahl deutscher Soldaten, die aus Auslandseinsätzen traumatisiert zurückkehren, steigt stetig an. Nach Angaben der Bundeswehr sind in den vergangenen 14 Jahren bei Auslandseinsätzen insgesamt 1.500 Soldaten an PTBS erkrankt; allein im letzten Jahr haben sich 477 in Behandlung begeben.

Glaubt man Langzeitstudien aus den USA, handelt es sich allerdings um die Spitze eines Eisbergs. Nach diesen Studien werden zwischen 10 und 40 Prozent der Soldaten Opfer einer PTBS, je nach Schwere des Einsatzes. Die Selbsthilfeorganisation ehemaliger Soldaten, Skarabäus, geht bei 150.000 im Ausland eingesetzten Soldaten deshalb von mindestens 10.000 Traumatisierten aus. Und die Deutsche Kriegsopferfürsorge, die sich ebenfalls um ehemalige Soldaten kümmert, spricht sogar von 20.000.

Warum tauchen die mehr als Zehntausend seelisch Erkrankten in keiner Statistik auf? - Weil Wehrdienstleistende, dienstunfähig entlassene ehemalige Berufs- oder Zeitsoldaten nach dem Ausscheiden aus der Bundeswehr Zivilisten sind. Die Bundeswehr hat danach mit ihnen erst einmal nichts mehr zu schaffen. Oberfeldarzt Niels von Rosenstiel, stellvertretender Referatsleiter im Verteidigungsministerium, räumt das ganz offen ein.


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