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Immer mehr Soldaten leiden an Stress-Syndrom
Geschrieben von: Frank Eggen   
Donnerstag, den 24. September 2009 um 05:39 Uhr

StatistikpfeilImmer mehr Soldatinnen und Soldaten kehren mit schweren psychologischen Problemen aus dem Einsatz zurück. Nach Angaben des Wehrbeauftragten des Bundestages, Reinhold Robbe, sei eine Steigerung um 50 Prozent zu verzeichnen.


Allein im ersten Halbjahr stieg die Zahl der erstmals an Posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) leidenden Soldaten um 35 Prozent auf 163 Fälle an. Diese Zahlen stammen aus der Antwort auf eine Anfrage der FDP-Abgeordneten Elke Hoff im Verteidigungsausschuss des Bundestages.

Nach Angaben des Wehrbeauftragten des Bundestags, Reinhold Robbe, lagen die Zahlen noch höher. Im ersten Halbjahr 2009 seien 186 Soldaten mit einer Posttraumatischen Belastungsstörung registriert worden. Das sei eine Steigerung um 50 Prozent, so Robbe. 

Nach einem Expertenbericht aus dem Sanitätsdienst soll die Bundeswehr für die Behandlung traumatisierter Soldaten nicht ausreichend gerüstet sein.

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums, Thomas Raabe, wies jedoch darauf hin, dass die höhere Fallzahl auch mit der Erhöhung der Mandatsobergrenze in Afghanistan von 3500 auf 4500 Soldaten zu tun habe. Zudem habe eine Sensibilisierung für das Thema dazu beigetragen, dass sich mehr Soldaten wegen einer psychischen Belastungsstörung meldeten.

In den vergangenen Jahren seien die Zahlen vor allem durch die ISAF-Mission in Afghanistan in die Höhe geschnellt: Wurden 2006 noch 55 Soldaten mit PTBS behandelt, waren es 2008 bereits 245.

Eine hohe Dunkelziffer wird vermutet. Viele Soldaten haben Ängste sich zu outen, da sie Laufbahnnachteile befürchten.


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