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Nach dem Fernsehfilm war der Chat für alle Teilnehmer ein Gewinn
Geschrieben von: Frank Eggen   
Freitag, den 18. September 2009 um 14:07 Uhr

Szenenbild Bloch im Gespräch (Quelle: WDR)Das ARD-Fernsehdrama "Bloch: Tod eines Freundes" haben am Mittwoch, den 16. September 2009 etwa 3,70 Millionen Zuschauer gesehen. Anschließend trafen sich um die 80 Teilnehmer bei www.angrinff-auf-die-seele.de im Chat.



Fernsehfilm Bloch: „Tod eines Freundes“

Die ARD sendete am vergangenen Mittwoch erneut einen Fernsehfilm, der die Problematik von traumatisierten Soldaten thematisiert. Bloch „Tod eines Freundes“ handelt von dem ehemaligen Afghanistan-Soldaten Frank Rode. Mit etwa 3,7 Millionen Zuschauer lag der Film nur knapp unter den 4 Millionen Zuschauer von „Willkommen Zuhause“, den die ARD im Februar 2009 gesendet hatte.

Wenn man bedenkt, dass der Film „Bloch – Tod eines Freundes“ im Vorfeld weniger beworben wurde - immer noch ein beachtliches Ergebnis.

Schon im November 2008 hatte die Produktion des WDR Kontakt mit der Initiative Angriff auf die Seele aufgenommen. Es ging um die Erlaubnis, die Informationsmaterialen in die Produktion mit einbauen zu dürfen. Dieses ist dann auch in einer Schlüsselszene geschehen.


Szenenbild Bloch (Quelle: WDR)Wiederholungen auf ARD-Digital "Festival":
20:15 Uhr, Samstag, 19. September 2009
09:00 Uhr, Sonntag, 20. September 2009
18:30 Uhr, Mittwoch, 23. September 2009
12:30 Uhr, Donnerstag, 24. September 2009


Der Chat

Nach dem Film trafen sich ab 21:45 Uhr etwa 80 Teilnehmer im Chat. Darunter auch viele Angehörige von Einsatzsoldaten und PTBS-Betroffene. Zahlreiche Experten der Bundeswehr wie Ärzte, Psychiater, Psychologen, Militärseelsorger, Sozialberater, Peers, Familienbetreuung und Kameraden aus dem Einsatz standen für konkrete Fragen zur Verfügung. Viele Fragen konnten direkt geklärt werden.

Als besondere Problemfelder zeigten sich die Einbindung von Angehörigen. Oftmals scheinen die Dienststellen aufgrund des Datenschutzes nicht in der Lage zu sein, Angehörigen die benötigten Auskünfte zu erteilen. Zudem scheuen Einsatzsoldaten offensichtlich die Einbindung von Angehörigen, da sie diese nicht belasten möchten. Die Belastungen und Sorgen werden dann aber umso größer, wenn es aufgrund der Situation im Einsatzland einen erhöhten Informationsbedarf seitens der Angehörigen gibt.

Zudem scheint der Versand von Informationsmaterialien an Angehörige nicht immer zu funktionieren. Bemängelt wurde auch die im Inland immer schlechter werdende truppenärztliche Versorgung der Standorte. Oft sind keine Truppenärzte vor Ort. Wenn es welche gibt, dann sind es häufig wechselnde Vertragsärzte. Außerdem sind die Wege zur nächsten Sanitätseinrichtung oft weit und aufwändig. Des Weiteren scheint die Bundeswehr aufgrund von Geld- und Personalmangel oft mit Hilfsanfragen überfordert zu sein. Der Chat wurde von allen Teilnehmern als sehr hilfreich bewertet. Regelmäßige Chats wurden gewünscht. Viele nutzten die Gelegenheit, sich anonym bei den Experten zu erkundigen.


In Kürze wird das Protokoll/Transkript des gesamten Chat auf dieser Seite veröffentlicht.


Foto: Frank Dicks/WDR
Text: Frank Eggen