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US-Soldat droht Todesstrafe wegen Verbrechen im Irak
Geschrieben von: Redaktion   
Freitag, den 08. Mai 2009 um 16:31 Uhr

Ein US-Geschworenengericht hat den Ex-Soldaten Steven Dale Green verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, eine vierköpfige irakische Familie erschossen und zuvor die 14-jährige Tochter vergewaltigt zu haben. Der 23-jährige Green sei in allen 17 Anklagepunkten schuldig, entschied ein Bundesgericht in Kentucky. Green droht nun die Todesstrafe. Die Anwälte wiesen darauf hin, dass bei Green bereits drei Monate vor der Tat eine durch den Kampfeinsatz verursachte posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden sei.

Green und drei weitere Soldaten waren im März 2006 in Mahmudija, 30 Kilometer südlich von Bagdad in das Haus einer irakischen Familie eingedrungen, ein weiterer Soldat hielt Wache. Seine drei Kameraden vergewaltigten nacheinander die 14-jährige Tochter. Green brachte währenddessen deren sechsjährige Schwester und die Eltern in einen Nebenraum und erschoss sie. Anschließend vergewaltigte er die 14-Jährige und erschoss sie ebenfalls.

Green und seine Kameraden seien nicht als Verbrecher in den Irak gekommen, sie seien dort zu Verbrechern gemacht worden, sagte Verteidiger Scott Wendelsdorf. Die Anwälte wiesen zudem darauf hin, dass bei Green bereits drei Monate vor der Tat eine durch den Kampfeinsatz verursachte posttraumatische Belastungsstörung diagnostiziert worden sei.

Staatsanwältin Ford setzte dem entgegen, die Einsatzbedingungen entschuldigten in keiner Weise die Taten. Vor der Entscheidung über das Strafmaß sollten Greens Eltern und sein Bruder zu seinen Gunsten aussagen. Greens drei Komplizen wurden zu lebenslanger Haft verurteilt, der vierte Soldat, der Wache gestanden hatte, zu zwei Jahren Gefängnis. Das Verbrechen von Mahmudija hatte den angeschlagenen Ruf der US-Streitkräfte im Irak weiter beschädigt.

Green war vor ein Zivilgericht gestellt worden, weil er wegen einer Persönlichkeitsstörung aus der Armee entlassen worden war, bevor sein Verbrechen ans Licht kam.