Home Hilfe Therapien & Hilfen Präventivkuren
Präventivkuren
Geschrieben von: Redaktion   

Auge mit Verletzung (Foto: Regina Kaute / pixelio.de)Nach dem Einsatz kann eine in der Regel dreiwöchige Präventivkur durchgeführt werden, in der belastete Soldaten im Rahmen eines Erholungskonzeptes im vortherapeutischen Bereich bei ihrer Regeneration unterstützt werden. Auch Reservisten können an diesen Präventivkuren teilnehmen.

Präventivkuren haben zum Ziel, mögliche Spätfolgen (z.B. PTBS) des Einsatzes abzuwehren und damit die Erhaltung der Dienstfähigkeit sicherzustellen. Zum anderen können sie einen Stabilisierungsfaktor für nachfolgende, aufbauende Verwendungen sein. Somit haben Präventivkuren ausschließlich vorbeugenden Charakter und erfolgen nicht auf Grund einer bestehenden Gesundheitsstörung bzw. anstatt einer fachärztlichen Diagnostik oder Therapie, sondern sind in erster Linie als Maßnahme der Stabilisierung und Steigerung der Leistungsfähigkeit anzusehen.

Folgende Punkte sind zu beachten: 

Wer darf eine Präventivkur beanspruchen?

Die Präventivkur kann aktiven Soldaten und Reservisten gewährt werden, die an besonderen Auslandseinsätzen teilgenommen haben. Die Präventivkur soll in unmittelbarem Zusammenhang mit dem belastenden Ereignis stattfinden und ist innerhalb von 6 Monaten nach Rückkehr aus dem Einsatz abzuschließen (Bezug BMVg Fü San I 1 LoNo vom 23.04.2008). Alle Besonderheiten internationaler Einsätze, die eine außerordentliche Beanspruchung bedingen und dadurch zu einer extremen psychischen Belastung führen können, sollen für die Auswahl der Soldaten in Betracht gezogen werden (Bezüge BMVg InSan I 2 – Az 42-75-61 vom 08.12.1999, HFüKdo G 1 Befehl Nr. 17 vom 18.01.2007).

Wie sieht es mit Zeitsoldaten oder Reservisten nach Einsätzen aus, die kurz vor der Entlassung stehen, oder schon aus dem Dienst entlassen sind?

Die Präventivkur nach Auslandseinsatz kann auch im letzten Dienstjahr gewährt werden, danach ggf. im Status eines wehrübenden Reservisten. Für Präventivkuren von Reservisten, d.h. auch aktiven Beamten und Arbeitnehmern der Bundeswehrverwaltung, die im Status von Wehrübenden an Einsätzen teilgenommen haben, sind Wehrübungstage bereit zu stellen (Bezug 3.)

Welches Ziel hat eine Präventivkur?

Ziel der Präventivkur ist, mögliche Spätfolgen abzuwehren und damit die Dienstfähigkeit zu erhalten.

Können Reservisten eine Präventivkur beantragen?

Reservisten, die im Status eines Wehrübenden an einem besonderen Auslandseinsatz teilgenommen haben, kann - unter den gleichen Voraussetzungen aktiver Soldaten - eine Präventivkur gewährt werden. Hierfür sind Wehrübungstage bereit zu stellen.

Wer verschreibt eine Präventivkur?

Disziplinarvorgesetzte von Soldaten, die an besonderen Auslandseinsätzen teilgenommen haben, schlagen Soldaten für Präventivkuren vor auf Grund des Wunsches des Soldaten und aufgrund eigener Erkenntnisse. Der Truppenarzt dient in diesem Zusammenhang als Berater in fachlichen Fragen. Der Truppenarzt berät den Vorgesetzten und stellt den Antrag, der im Sanitätsamt der Bundeswehr geprüft und genehmigt wird (Bezug HFüKdo G 1 Befehl Nr. 17 vom 18.01.2007).

Welche Voraussetzungen müssen für die Beanspruchung einer Präventivkur erfüllt sein?

Eine Präventivkur soll in unmittelbarem Zusammenhang mit dem belastenden Ereignis stattfinden. Sie ist innerhalb von sechs Monaten nach Rückkehr aus dem Einsatz abzuschließen. Alle Besonderheiten der Einsätze, die zu einer extremen psychischen Belastung führen können, werden für die Auswahl berücksichtigt.

 

Weitere Informationen beim Sanitätsdienst:

 

Stand 27.05.2009
Quelle: Sanitätsamt Dezernat IV 2.3