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Aktuelle Zahlen - Mehr traumatische Störungen nach Afghanistan-Einsatz
Geschrieben von: Redaktion   
Montag, den 08. August 2011 um 15:28 Uhr

Soldaten des GebJgBtl 232 aus Bischofswiesen agieren in einer simulierten Gefechtssituation, nachdem die Patrouille auf ihrem Weg in einen Hinterhalt von Aufständischen geraten ist. ©Bundeswehr/BienertBundeswehrsoldaten erkranken nach einem Afghanistan-Einsatz bis zu zehn Mal häufiger an posttraumatischen Belastungsstörungen (PTBS) als Soldaten ohne Auslandseinsatz. 451 Soldaten sind nach offiziellen Zahlen im ersten Halbjahr 2011 an einer PTBS erkrankt.

 

Laut einer Studie des Instituts für Klinische Psychologie der Technischen Universität Dresden kehrten rund zwei Prozent aller Soldaten, die 2009 in Afghanistan waren, mit einer PTBS zurück, wie die Zeitschrift Psychologie heute in ihrer Augustausgabe berichtet.

Hochgerechnet entspreche dies etwa 300 Betroffenen pro Jahr. Für die Studie befragten die Psychologen rund 1.500 Soldaten im Auslandseinsatz sowie 880 Bundeswehrsoldaten im Inland. Der Umfrage zufolge nahm nur jeder zweite der Betroffenen im ersten Jahr nach einem Afghanistaneinsatz psychologische Hilfe in Anspruch. Dies könne langfristig zu Folgeerkrankungen führen, schreiben die Wissenschaftler. Als weiteres Ergebnis halten die Psychologen fest, dass nahezu alle Soldaten im Auslandseinsatz wiederholt mit „bedrückenden Ereignissen“ wie Kampfhandlungen, Verletzungen oder Todesangst konfrontiert seien.


Quelle: www.aerzteblatt.de

 

PTBS-Fälle nach Jahr und Einsatzgebiet
Einsatzgebiet1996-
2003
20042005200620072008200920102011*
KFOR 213 12 38 24 12 19 42 43 24
EUFOR 105 4 8 4 7 - 6 - -
ISAF 30 84 75 55 130 226 418 557 368
Sonstige






129 59
Gesamt 348 100 121 83 149 245 466 729 451

*) im ersten Halbjahr 2011 (Quelle: BMVg)

 

Weitere Informationen im Internet:

 

Bild: Bw/Bienert