| Zahl der traumatisierten Soldaten auf Höchststand |
| Geschrieben von: Frank Eggen |
| Dienstag, den 21. Dezember 2010 um 05:30 Uhr |
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Die meisten der betroffenen Soldaten, insgesamt 501, waren im Afghanistan-Einsatz. Die hohe Zahl der Betroffenen erklärt sich offenbar mit der gestiegenen Intensität der Vorfälle im Einsatz, aber auch mit einem offeneren Klima bei der Bundeswehr, in dem sich Soldaten eher trauten, seelische Probleme anzusprechen. "Die Zahlen steigen, und sie werden in den nächsten Jahr auch weiter steigen", sagte Oberstarzt Dr. med. Peter Zimmermann, Leiter des Trauma- und Forschungszentrums im Berliner Bundeswehrkrankenhaus. Aber die Betroffenen meldeten sich nicht nur wegen posttraumatischer Störungen. Weitere 333 Soldaten hätten in diesem Jahr andere psychische Beschwerden wie Depressionen oder Suchtverhalten nach Auslandseinsätzen an sich festgestellt. Die meisten Patienten seien Afghanistan-Rückkehrer, sagte Dr. Zimmermann. Als Grund für die steigenden PTBS-Zahlen sieht der Leiter zwei Gründe: "Die Schwere der Einsätze und die Menge der Leute, die dort unten sind, führt automatisch zu mehr Fällen." Gleichzeitig mache sich eine gestiegene Behandlungs-Akzeptanz bemerkbar: Immer mehr Soldaten trauten sich, wegen seelischer Probleme in ein Krankenhaus zu gehen. Steigende Zahlen erwartet Zimmermann auch nach dem geplanten Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan, der Ende 2011 bereits beginnen soll. Viele Leute, die jetzt traumatisiert werden, melden sich erst nach Jahren. Studien hätten ergeben, dass bei Betroffenen drei und mehr Jahre vergehen können vom belastenden Ereignis bis zur ersten Kontaktaufnahme zu einem Helfer. Viele nutzen die Initiative www.angriff-auf-die-seele.de um einen ersten anonymen Kontakt zu einem Fachmann herzustellen. Über das Kontaktformular "Rat vom Fachmann" können sich Betroffene Soldaten und Angehörige Rat suchen. Mehr als 800 mal wird der PTBS-Onlinetest im Monat durchgeführt. 2.4 Millionen Zugriffe verbuchte das Internetportal www.angriff-auf-die-seele.de im Jahr 2010. Weitere Informationen: Bild: Dana Kazda / Bundeswehr |


Die Zahl der in Behandlung befindlichen Bundeswehrsoldaten mit posttraumatischen Belastungsstörungen hat einen Höchststand erreicht. In den ersten elf Monaten des Jahres 2010 sind 655 Soldaten wegen PTBS behandelt wurden. Im Gesamtjahr 2009 waren es 466 gewesen.