| Posttraumatische Belastungsstörung - Was steckt dahinter? |
| Geschrieben von: Olaf Bergmann |
|
Laut schreiend wacht der Familienvater auf. Schweißgebadet und am ganzen Körper zitternd sitzt er aufrecht im Bett - ein Albtraum. Das Herz schlägt bis zum Hals und nur langsam kommt er wieder zu Ruhe. Zumindest oberflächlich, denn das Wiedereinschlafen fällt schwer. Angst, fast Panik befällt den Betroffenen, dass wenn er die Augen schließt, er die gleichen schrecklichen Bilder des Unfalls wieder sieht. Seit diesem Unfall vor zwei Jahren ist das Leben ein ganz anderes. Aus einem lebenslustigen Menschen ist ein in sich gekehrter Mann geworden. Rein körperlich geht es ihm gut und dennoch kann er seit diesem Unfall nicht mehr richtig arbeiten. Immer wieder übermannt ihn die Erinnerung an das Geschehene. Diagnose: Posttraumatische Belastungsstörung. Posttraumatische BelastungsstörungBei der Posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) handelt es sich um die schwerste und lähmendste aller menschlichen Stressreaktionen. Sie äußerst sich nach der ICD (International Classification of Diseases) 10 der WHO (World Health Organization) "als nachhaltige Erregbarkeitsstörung in Form einer krankhaften Unfähigkeit zur Erregungsmodulation", die bis zur Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit führen kann. Seit 1994 ist sie als eigenständige Krankheit in die ICD 10 aufgenommen.Eine Posttraumatische Belastungsstörung entsteht nicht aufgrund erhöhter psychischer Labilität des Betroffenen. Auch psychisch vollkommen gesunde und in sich gefestigte Persönlichkeiten können eine PTBS entwickeln. Vielmehr handelt es sich dabei um den Versuch des menschlichen Körpers, der empfundenen Bedrohung etwas entgegenzusetzen. Sie kann infolge eines oder mehrerer als existenziell bedrohlich erlebten Ereignisse auftreten. Der Ereignishorizont reicht hierbei von Kriegserlebnissen, der Androhung von Gewalt oder Misshandlungen über das Erleben von Unfällen und Katastrophen bis hin zum Erleben schwerwiegender Verluste für den Einzelnen, wie beispielsweise der Tod eines nahestehenden Menschen. Dabei geht das traumatisierende Ereignis in den meisten Fällen mit Todesangst, Entsetzen oder einer erlebten Hilf- und Machtlosigkeit einher. Infolgedessen kommt es bei den Betroffenen häufig zu Schockreaktionen, die sich in sogenannten Übersprungsreaktionen und -handlungen, einem Ausblenden des Erlebten oder einem Erleben auf Distanz äußern können.
|

