| Die Traumatherapie |
| Geschrieben von: Dr. med. Peter Zimmermann |
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Vielfältiges Therapieangebot für psychische Einsatzfolgen in Bundeswehr-KrankenhäusernDie Bundeswehrkrankenhäuser halten ein umfangreiches Therapieangebot für die Verarbeitung der psychischen Folgen von Auslandseinsätzen bereit.
In der ersten Therapiephase erlernt der Patient Stabilisierungstechniken, d.h. er trainiert seine Fähigkeit, belastenden Gefühlen entgegen zu treten und sie abzumildern. Beispielsweise verfügt jeder Mensch über Erinnerungen oder Phantasiebilder zu einem Ort, der ihm Ruhe und Kraft gibt, wenn er an ihn denkt. Die intensive Vorstellung davon führt zu innerer Entspannung und mildert dadurch belastende Gedanken und Emotionen. Gesprächstherapien zur Lösung privater und dienstlicher KonflikteBelastende Einsatzerlebnisse ziehen nicht selten Konflikte im privaten und dienstlichen Umfeld nach sich, denn die Betroffenen sind reizbarer und dünnhäutiger als vor dem Einsatz. In den Gesprächen werden Ursachen für die Konflikte gesucht und Lösungsstrategien erarbeitet. Dabei besteht auch die Möglichkeit, dass der Partner oder die Partnerin an Gesprächen teilnehmen. Gruppentherapien zur Verbesserung sozialer KompetenzenNeben Einzelgesprächen zur Lösung zwischenmenschlicher Konflikte kann es sich gerade bei jungen traumatisierten Patienten anbieten, gezielt soziale Kompetenzen wie „Recht durchsetzen“, „Beziehungen gestalten“ oder „Sympathie erzeugen“ in einer Gruppe von Mitpatienten mit ähnlichen Problemen gemeinsam zu trainieren. Die Teilnehmer schätzen daran oft insbesondere den Gruppenzusammenhalt und das „voneinander-Lernen“ in den Gruppen. Seelsorgerische und sozialdienstliche GesprächeIn den Bundeswehrkrankenhäusern arbeiten stets auch katholische und evangelische Seelsorger sowie Sozialarbeiter bei der Patientenversorgung mit. Diese decken Themen außerhalb der ärztlichen Kompetenz ab, wie z.B. Sinn- und Glaubensfragen oder Schuldenproblematiken. EntspannungstherapienEntspannungstherapien stellen eine wichtige Ergänzung der Gesprächs- und Gruppentherapien dar, denn in ihnen lernt der Patient Techniken, wie er selbständig und aktiv von einem angespannten Zustand in eine angenehme Entspannung wechseln kann. Beispiele sind imaginative Techniken, die Atementspannung oder die Progressive Muskelentspannung nach Jacobson.ErgotherapieDie Ergotherapie gehört zu den Kreativtherapien, in denen Patienten die Möglichkeit haben, belastende Gefühle und Gedanken, aber auch positive Ressourcen bildnerisch mit verschiedenen Techniken (z.B. Malerei, Ton, Stein) darzustellen. Dabei findet eine Auseinandersetzung mit diesen Inhalten statt, ohne dabei die Sprache benutzen zu müssen.BewegungstherapienRegelmäßige Bewegung jeder Art ist für einsatzbelastete Soldaten sehr wichtig, denn sie bietet Möglichkeiten der Ablenkung und Spannungsabfuhr. In den Bundeswehrkrankenhäusern bestehen vielfältige Sport- und Bewegungsmöglichkeiten (z.B. Schwimmen, Fahrradergometer, Jogging). Z.T. werden auch Verfahren der Alternativmedizin (wie Tai-Chi oder Qi-Gong) angeboten.Alternative TherapienDie moderne Medizin versucht immer mehr, zu einem ganzheitlichen therapeutischen Ansatz zu finden und bezieht daher traditionelle Verfahren außerhalb der „Schulmedizin“ zunehmend in die Patientenbehandlung ein. |


Die Traumatherapie wird Soldaten angeboten, die über schwerwiegende Einsatzerlebnisse nur schlecht hinwegkommen und dadurch z.B. unter einer Posttraumatischen Belastungsstörung oder ähnlichen Symptomkomplexen leiden. Die Bundeswehrkrankenhäuser in Hamburg, Berlin und Koblenz halten ein umfangreiches Therapieangebot für die Verarbeitung der psychischen Folgen von Auslandseinsätzen bereit.